Porsche Fahrtest: Mit E und GT am Ring

Sonntags im beschaulichen Spielberg im steirischen Murtal. Je näher wir dem Red Bull Ring kommen desto mehr steigt die Dichte an Porsches auf der Straße. Es ist nationaler Porsche-Fahrtag für Besitzer der Marke. Die dürfen ihren eigenen Boliden dort um die Ecke biegen, wo in ein paar Wochen Hamilton, Verstappen und Co. um Formel 1 Punkte kämpfen. Ja und auch wir dürfen dabei sein um den nagelneuen Porsche Taycan Cross Turismo ein erstes mal zu fahren. Zwar nicht am Ring selbst, aber in der Driving Experience, die mitten im Ring angesiedelt ist.

Taycan Cross Turismo - Ein Kombi in sexy und schnell!

Die Verantwortlichen von Porsche vermeiden gerne das Wort Kombi und verwenden CUV (Crossover Utility Vehicle) und andere Wörter. Ja, ein Kombi, das klingt nach angestaubter, praktischer Familienkutsche. Aber davon ist der Porsche weit entfernt. Das merken wir, als wir die Launch Control im Topmodell "Turbo S" probieren dürfen. Linker Fuß auf die Bremse, rechter Fuß voll aufs Gas - im Display erscheint "Launch Control aktiviert". Mit einem Grinser im Gesicht bittet uns der Instruktor von der Bremse zu gehen. In dem Moment kickt das sofort verfügbare Drehmoment von 1.050 Newtonmeter (761 PS) und der "Kombi" fetzt in 2,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Beim ersten Mal trifft uns das unvorbereitet! Das zweite, dritte und vierte und fünfte Mal macht dann Höllenspaß. Auch driften lässt sich der supersportliche Cross Turismo hervorragend. Und am Parcour macht er sich auch sehr gut. Die 2,3 Tonnen Gewicht des Autos fallen nicht auf. Mit Leichtigkeit lässt er sich um die Kurven biegen und beschleunigen.

In den Kofferraum passen bis zu 1.212 Liter bei umgelegten Sitzen (446 Standard). Dank 800V-Technik lässt sich der Taycan CT, ebenso wie die Limousine, mit bis zu 270 kW aufladen, dementsprechende Infrastruktur natürlich vorausgesetzt. Porsche bietet zwei Batteriegrößen an (79 und 93 kWh). Die Reichweite beträgt je, nach Modell, zwischen 389 und 464 Kilometer (WLTP). Die Innenausstattung ist Porsche-typisch sehr luxuriös und bis zum Exzess konfigurierbar. Auch Außen lässt sich der Taycan CT stark individualisieren.

Das Fazit der ersten Ausfahrt mit dem Cross Turismo ist sehr positiv. Porsche hat es wieder einmal geschafft das Herz der Marke in ein Modell zu implantieren. Der Cross Turismo ist ein lupenreiner Porsche mit E-Antrieb und viel Platz. Wer mehr Platz braucht als bei der Taycan Limousine vorhanden ist und rein elektrisch Porsche fahren will kommt am CT nicht vorbei. Den Cross Turismo gibt es bei uns ab EUR 96.990.

Der Taycan Cross Turismo im Einsatz

Porsche 911 GT3 - der letzte Mohikaner?

Schon während wir den Taycan im Inneren des Ring testen, dröhnt es von der Rennstrecke daher. Die GT3-Fahrer prügeln ihre Boliden um die Kurven des legendären Ovals. Und nach dem E-Programm steht Benzingeruch auf der Tagesordnung. Der Porsche Werksfahrer lädt uns als Beifahrer zur Taxifahrt mit dem nagelneuen GT3 ein. Diesmal am Ring. Und das hat es in sich. Schnell beschleunigen, scharf anbremsen, der Werksfahrer gibt sein Bestes und zeigt uns wie genial der GT3 auf der Strecke funktioniert. Nach vier Runden steigen wir aus und brauchen erstmal ein paar Minuten Erholung. Die Pulsuhr zeigt uns jenseits der 130 Schläge an. Trotzdem ein Erlebnis, das man so schnell nicht vergisst.

Das geniale am Wagen: Er hat Straßenzulassung und darf somit auch ganz regulär gefahren werden. Der 4-Liter-Sauger leistet 510 PS und bietet ein maximales Drehmoment von 470 Newtonmeter. Den Kraftstoffverbrauch geben die Ingenieure mit 13-Liter kombiniert an, CO2 emittiert der GT3 294 Gramm pro Kilometer.

Damit ist er, verglichen mit dem Taycan, eigentlich ein Fossil - trotzdem hat so ein starker und supersportlicher Verbrenner seinen ganz eigenen Charme. Es sind eben zwei Welten die da aufeinander prallen. Vergleichbar sind sie in keinster Weise, wenn man der Politik und den neuen Regeln beim Individualverkehr jedoch folgt ist klar: Der GT3 hat ein Ablaufdatum - die Zukunft gehört dem Taycan. Diese Realität lässt sich nicht mehr verleugnen. Wer jedoch trotzdem noch am Geruch der "alten Welt" schnuppern will kann sich den 911 GT3 in seiner neuesten Version ab sofort zum Preis ab 221.246 Euro in die Garage stellen.

Mit dem GT3 am Ring

Autor: Lukas Steinberger-Weiß, 01.06.2021